Allgemein, Kurzgeschichten

Müllduel

Irgendwann im Herbst, es war lausig kalt. Ich weigerte mich den Müll rauszubringen und der Kampf begann, denn mein Mann hatte darauf auch kein Bock. Mein Mann und ich besorgten uns aus einer kindischen Laune herraus eine Beybladearena, seither wird ausgefochten, wer den Müll rausbringen muss. Geniale Idee dachte ich, es artete aus, es musste ja so kommen.

Irgendwann verlor ich immer, immer,also wirklich immer. Heimliche Internetsuchaktionen wurden von mir gestartet um sich den besten der Besten zu kaufen. Ja nicht in die Kälte, der Winter könnte ja noch schlimmer werden. Eines Tages erwischte ich den Beitrag den ich suchte um 15€ später festzustellen, das der Beste nicht für jeden der Beste ist, ich verlor demnach wieder. Es wurde so schlimm, das ich mich in einem Forum registrierte um ihn fertig zu machen, es ging nicht nur mehr um den Müll,nein, es war nun eine Challenge, eine Herrausforderung, ein KRIEG !!

Ich wollte ihn fertig machen, ihn und seinen Billigstarterpacket Kreisel aus dem Angebotskatalog. Tricks, ereilten mein Gehirn, den Starter schräg halten, damit er ja schön schief in die Arena crashen kann, wie ein Komet einen Planeten zerstört, genial !—- Ging auch schief, er hatte einen neuen Kreisel, zusammengestellt aus einen neuen und seinen alten, weil er das blau so schön fand von dem alten, daher hat er ihn behalten.. und mein Gehirn…. waaaaas das geht auch, ich kann mischen, ich kann die Dinger Upgraden… ich verzweifelte, meine Siegerquote war zwar gestiegen, aber immer noch erbärmlich.. der Müll war mein.

Fast war ich schon froh, als er dann mal vorschlug das Spiel zu wechseln,mal was neues zu machen. Kennt einer S.O.S Affenalarm ? Dünne Stangen die Affen in einem schornsteinartige Palme festhalten, man würfelt, zieht eine Stange der gewürfelten Farbe raus und hofft das keiner der Affen herrabstürzt, fraglich, warum man dann überhaupt die Stange herrauszieht, aber wir wollen ja nicht pingelig werden, sind ja zum glück nur Plastikaffen.

Wie erwähnt artet es gerne mal bei uns aus, nagut, bei mir, wenn ich verliere, will ich das ändern. Wenn mein Mann verliert, akzeptiert er das er in etwas nicht gut ist und es entsteht eine Art seelischer Aufgabe. Er verlor, immer und immer wieder, ich fühlte mich wie ein Held, erlaubte kein Spielwechsel mehr und gewann den Gesammtsieg. Er gab auf, er ist nun an kalten Tagen der Müllbeseitiger und ich feier mich wie ein Held, lache dabei wie ein Oberschurke der ich eigentlich war und freue mich über meine kuschlige Kuschelwuddeldecke.

Bis zu dem Tag, an dem er POKEMONKARTEN ins Haus brachte und erkannte, das man ja Mülltrennung macht und er nur den Restmüll rausbringen möchte.

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