Allgemein, Kurzgeschichten

Und an welchen Tag wurden sie verrückt? 10

Elektro Katze

Atme, immer schön atmen. Innere Ruhe reinbringen, bewusst Atmen, nichts läuft falsch, nichts ist nur deine Schuld. Solche Übungen waren üblich um sich selber nicht zu hassen, aber das Leben wurde immer teurer, irgendetwas ging immer kaputt und die Tränen und Verzweiflunng wuchsen.

Wenn das Licht am Auto defekt war, dauerte es keine drei Tage und die andere Lampe ging kaputt, sowas ist ja nicht unüblich redet man sich dann raus. Auch das Licht im Kühlschrank ging irgendwann nicht mehr, dann das Licht im Badezimmer, im Flur, alles innerhalb einer Woche.

Man redet sich raus, aber weiss das irgendetwas nicht Stimmt und so war es auch.

Ich habe das Licht im Schlafzimmer angemacht, so ein indirektes hinter dem Bett. Da war ein matter Schatten und schwup, ging das Licht aus, eine LED-Leiste, keine 3 Tage alt. Doch irgendetwas war in diesem Raum. Die Deckenlampe hatte ich sofort angemacht, keine Sekunde nachdem die Bettleuchte versagt hatte, die Schalter liegen direckt nebeneinander. Es war nichts mehr zu sehen, das ungute Gefühl bliebt allerding.

Zwei Tage später ging dann der Fernseher nicht mehr, ich war bei einem Film eingeschlafen und hörte nur dieses flimmergeräusch,wenn man den Fernseher ausschaltet. Aus reflex wollte ich den Fernseher direkt wieder anmachen, es tat sich nichts und ich machte stattdessen das Licht wieder an. Da war ein wesen, ein Tier, ein Ding, irgendetwas und es war klein wie eine junge Katze, schwarz,nichts an dem Wesen wirkte bedrohlich, dennoch erschrack ich und das Tier auch, es huschte aus dem offenen Fenster, es war nur auf Kipp und es lief gezielt dahin, es kannte den Weg also. Ich schloss das Fenster ruckartig und zog die Gardinen zu. Mein Puls raste und mein Gehirn sagte mir, dass das keine Katze war, nichtmal etwas von dieser Welt. Irgendein Monster war in meiner Wohnung und evtl. nichtmal zum ersten mal. Die Fenster wurden von mir nicht mehr geöffnet und alle elektrogeräte blieben heile. Ich wollte mir einreden das es ein seltenes Eichhörnchen war und Kabel nagte, aber die Kabel waren alle heile und bei Glühbirnen ging das eh nicht, mir gingen die Ausreden aus. Mir wollte keine Ausrede mehr einfallen, was das Wesen hier wollte und wie es in das Haus kam, ob es die ganze Zeit mit mir lebte oder ob es rein und rausging, wie es wollte, aber es blieb alles heile.

Immer, wenn ich das Haus verlasse,schaue ich mich um, ob ich es irgendwo sehe, wenn ich das Haus betrette, schaue ich mich um, ob ich wirklich allein bin. Manchmal gibt es diese Tage, an denne ich mich beobachtet oder gar verfolgt fühle, aber ich weiss,das ist albern. Nur gehen mir die Ausreden aus.

Gut ein oder zwei Jahre später, hatte ich von den Gedanken abgelassen und mal wieder das Fenster geöffnet,es dauerte keine zwei Minuten,da war es wieder zu. Ich werde noch ersticken in diesen Räumen,aber die Angst es kommt wieder ist einfach zu groß. Dabei tat es mir ja gar nicht weh, bin mir nichtmal sicher, ob es seine Absicht war jemanden zu verletzen. Ich erwische mich, wie ich mich frage, wo es nun hin ist,aber immer , wenn ich ein Auto mit nur einem kaputten Licht sehe,denke ich wieder an dieses Tier und frage mich, wie es ihm wohl geht.

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