Allgemein, Kurzgeschichten

und an welchem Tag wurden sie Verrückt? 6

Es war vor 8 oder 10 Jahren, ich weiss es nicht mehr so genau. Mein damaliger Freund und ich wollten mit unserem kleinen Van in den Urlaub fahren von Thüringen nach Dänemark.

Aufgrund unseres Vans hatten wir uns dazu entschieden, zwischen durch anzuhalten und im Wagen zu schlafen, eben einen kleinen mini Roudtrip zum Surfstrand.

Am ersten Abend hielten wir auf einen Parkplatz kurz hinter Kiel an um dort zu schlafen. Es war gutes Wetter und wir hatten gute Laune.

Mitten in der Nacht musste ich dann mal zur Toilette und wollte meinen Freund nicht unnötig wecken, bisher hatte ich keine großen Ängste bei Dunkelheit und die LKW beruhigten eher, als das sie mich verunsicherten, also wühlte ich mich aus meinen Decken und öfnete die Wagentür leise, um sie genauso leise wieder zu schließen, klar wurde er wach, aber das ist gar nicht relevant.

Ich ging zum Toilettenhaus, einige Fahrerkabinen hatten noch Licht an und die Autos rasten über die Autobahn. Als ich dann wieder zurück zu unserem Van gehen wollte, war da irgendetwas, es fiehl mir erst aufhalbenweg auf, wir standen nicht weit weg vom Klohaus, aber da war irgendwas, ich war mir so sicher und dann wieder doch nicht, man bildet sich ja schliesslich öfters mal schaurige Dinge ein, wenn es dunkel wird.

Irgendjemand stand am Heckfenster, der Schatten war klar zu erkennen,ich wollte gar nicht weitergehen,also wechselte ich die Straßenseite, rüber zu den LKWs. Warum weiss ich nicht,vieleicht weil es mir sicherer erschien und dort noch einige Lichter an waren.

Die Gestalt verschwand hinter unseren Wagen, ich war schon fast selber um den Wagen herum,aber da war niemand zu sehen, ich habe mich sogar etwas hingehockt um sicher zu gehen, dass niemand unter unserem Van ist, dort war nichts zu sehen.

Ich hatte mir diese Gestalt also eingebildet und ich legte mich wieder schlafen. Erst später fiehl mir auf, das die Gestalt recht klein war, da der Kopf gerade so in die Heckscheibe schauen konnte, wären die Gardinen nicht gewesen. Eigentlich hätte ich aufgrund der vielen Lichter auch mehr sehen müssen, als eine Schattengestalt, zumindest ansatzweise die Kleidung, aber da war nichts, nur ein runder Kopf, Schultern, hängende Arme, nichtmal die Beine waren getrenntt sehbar.

Ich fing schon an, das Erlebniss zu vergessen, nie ganz, ich erwischte mich dabei mich häufig im dunkeln unwohl zu fühlen.

Wann genau weiss ich nicht mehr, aber es fing wieder an, ich sah die Gestalt, wenn ich mich Abends auf den Heimweg machte. Es stand im Wald, weit weg vom Weg, zwischen uns lag ein Acker, ich fing also an statt zufuss mit dem Rad zu fahren, irgendwann wurde es das Auto. Ich wagte es nie, näher ran zu gehen, ich wollte immer nur laufen.

Dann kam der Punkt, das ich mich verfolgt fühlte, ich besuchte eine Freundin und in ihrer Straße, an einer Hecke sah ich es wieder, dann irgendwann im Garten und im Parkhaus, es wurde immer öfter und ich immer Panischer.

Die Tabletten helfen gegen die Angst, aber nicht dagegen es zu sehen. Noch heute ist es da, es steht draussen im Garten, es war nie in meinem Zimmer, aber ein oder zweimal auch schon im Flur, am Ende des Gangens, es bewegte sich nicht, aber es machte mir Angst.auch mit Taschenlampe blieb es ein Schatten.

Einmal war eine andere Frau mit mir auf dem Zimmer, sie sah ihn auch, als ich die Gardinen zumachen wollte. Ich ging zum Fenster, schob das Sonnenrollo hoch, damit die Morgensonne freien Blick in unserem Zimmer hat, wenn ich die Gardinen am nächsten Morgen öffnen würde. Ich sah die Gestalt und sie erschrag, lies ihr Glas fallen, aber erzählte nie was, sie lies sich verlegen, ich weiss gar nicht, was aus ihr wurde, aber sie sah es auch,ich bin mir da sehr sicher, auch wenn sie nun etwas anderes behauptete. Die alten Damen gehen kaum noch auf den Flur, wenn nur die Notbeleuchtung an ist, irgendwas ist hier und das wissen alle und keiner glaubt mir, es ist unheimlich,es ist etwas nicht gutes, als würde es auf den Tod warten. Es bewegt sich aber einfach nicht, es ist so beängstigend es zu sehen, zu spühren, dieses Eis, das in einen fährt,wenn es auftaucht, am schlimmsten ist die stille Dunkelheit.

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